Ständig wollen wir Prozesse optimieren. Aber was ist eigentlich ein optimaler Prozess? Ich glaube, allein das ist schon etwas, wo wir alle unterschiedliche Ansichten und Erwartungen haben. Deswegen habe ich es mir irgendwann mal zur Aufgabe gemacht, für mich die Punkte zusammenzustellen, die nicht nur einen optimalen Prozess, sondern funktionierende Arbeit mit all seinen Facetten ausmachen.
Dieses Manifest ist das Ergebnis aus 20 Jahren Erfahrung. Erfahrung in vielen Facetten und unterschiedlichen Positionen:
- als Angestellter, der selbst von Prozessmanagement, Prozessen und Prozessdokumentation betroffen war.
- Als Inhouse Consultant, der andere Fachbereiche beraten hat.
- Als jemand, der in einem Konzern Prozessmanagement mit aufgebaut hat.
- Als Freelancer, der das Gleiche getan und viele Prozesse dokumentiert und optimiert hat.
- Und natürlich auch aus meiner Erfahrung beim Aufbau meines eigenen Unternehmens.
Aus diesen unterschiedlichen Perspektiven sind die folgenden 16 Punkte entstanden.
- Das Zusammenspiel entscheidet. Gute Einzelmaßnahmen ergeben nicht automatisch ein funktionierendes Ganzes.
- Strukturen sind mehr als Prozesse und Organigramme.
- Nicht alles, was geregelt oder dokumentiert ist, funktioniert auch.
- Eine eingeführte Lösung ist noch keine wirksame Lösung. Nicht die Anzahl oder Umsetzung von Maßnahmen zählt, sondern ihre tatsächliche und dauerhafte Wirkung.
- Struktureffizienz ergänzt bestehende Methoden und Standards, statt sie zu ersetzen.
- Maximale Einfachheit ist das Ziel. Denn weniger Komplexität schafft mehr Effizienz und Verständlichkeit.
- Standardisierung reduziert Komplexität. So viel Standardisierung wie möglich, so viele Alternativen wie nötig.
- Pragmatische Lösungen statt veralteter Gewohnheiten und eingefahrener Denkmuster.
- Schnelle, wirksame Lösungen statt langwieriger Veränderungsprogramme. Kleine Veränderungen können große Wirkung entfalten.
- Bewährtes erhalten und Bestehendes nutzen statt ständig Neues einzuführen. Nicht alles muss verändert werden.
- Erst die notwendigen Grundlagen prüfen, dann optimieren.
- Nur dort eingreifen, wo tatsächlicher Handlungsbedarf besteht. Nicht alles muss sofort oder auf einmal verändert werden.
- Veränderungen möglichst früh in der Praxis erproben. Was nicht funktioniert, wird angepasst oder weggelassen.
- Mitarbeiter und Führungskräfte sollen Probleme selbst erkennen, lösen und ihre Arbeitsabläufe eigenständig verbessern können.
- Methoden und Werkzeuge müssen für die Anwender funktionieren, nicht für die Gestalter.
- Den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Bei der Gestaltung von Prozessen gibt es viele Interessen und unterschiedliche Sichtweisen. Entscheidend ist, dass die Lösungen am Ende für die Menschen funktionieren, die täglich damit arbeiten.